Lokale Entwicklungsstrategie (LES)

Die Lokale Entwicklungsstrategie bildet die Grundlage für die LEADER-Förderung auf Rügen und Hiddensee. Sie wurde gemeinsam mit 

Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen, Vereinen, Unternehmen sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern entwickelt und 

legt die Ziele und Schwerpunkte für die Entwicklung der Region fest.

 

Die Strategie zeigt auf, welche Herausforderungen und Chancen unsere Region in den kommenden Jahren prägen und welche Projekte mit 

LEADER unterstützt werden können. Sie dient zugleich als Orientierung für Projektträger und als Entscheidungsgrundlage für 

die Lokale Aktionsgruppe (LAG) bei der Auswahl förderwürdiger Vorhaben.

 

Im Mittelpunkt stehen vier Handlungsfelder, die die nachhaltige Entwicklung der Region fördern:

  • Dörfer mit Zukunft

  • Wirtschaft und Energieeffizienz

  • Bildung und Kultur

  • sozial- und naturverträglicher Tourismus

 

Gemeinsam tragen sie dazu bei, Rügen und Hiddensee als lebenswerte und zukunftsfähige Region weiterzuentwickeln.

Die vollständige Lokale Entwicklungsstrategie sowie weitere Dokumente finden Sie im Bereich Projektunterlagen zum Download.

 

Handlungsfelder und Ziele der LAG Rügen:

 

Dörfer mit Zukunft

Zur Erreichung der Entwicklungsziele:

„Stärkung der Lebensqualität der Bewohner der Region Rügen sowie Weiterentwicklung des dörflichen Lebens und Sicherung der Zukunft des Dorfes – Dorfleben mit Zukunft!“ Und „Stärkung der Funktionen und Infrastruktur der Ortskerne“ sollen gezielt Projekte im Handlungsfeld „Dörfer mit Zukunft“ gefördert werden. 

 

Dieses Handlungsfeld umfasst Themen rund um die Lebensqualität im ländlichen Raum. Die Projekte sollen vor allem zur Verbesserung der Lebensbedingungen und Stärkung der Daseinsvorsorge auf dem Dorf führen sowie die Attraktivität des ländlichen Raums steigern und eine nachhaltige Transformation in eben diesen anregen. Mit dem Begriff „Dörfer“ sind alle Kommunen in der Region Rügen gemeint, inkl. die Städte Sassnitz, Bergen, Garz und Putbus. Im Folgenden sind die Unterziele und Handlungsbedarfe des Handlungsfeldes aufgelistet:

  • Stärkung und Verbesserung der dörflichen Kommunikation – digital und analog -Bürgeraktivierung

  • Förderung kleiner lokaler Entwicklungspläne, die dazu dienen, ein dringliches offensichtliches Problem des Dorfes zu lösen

  • Unterstützung und weiterer Ausbau gemeinschaftsfördernder Strukturen

  • Verbesserung bzw. Aufwertung von Treffpunkten – Vor-Ort Angebote und digitale Räume

  • Stärkung der Grundversorgung und Daseinsvorsorge

  • Unterstützung für Investitionen und Anschaffungen für dörfliche Vereine z.B. FFW, Schützenvereine etc.

  • Digitale und analoge Angebote für Ältere – Digitalisierung gemeinschaftlicher Angebote

  • Geschichtliche Aufarbeitung in Dörfern z.B. Haustafeln, Ausstellungen, Marketing, digitale Angebote

  • Ausbau lokaler gesundheitlicher Angebote: Förderung von Sportstätten, Spielplätzen, Mehrgenerationensport, Räume für sportliche Aktivitäten

  • Generationsspezifische und generationsübergreifende Projekte

 

Stärkung der Grundversorge und Daseinsvorsorge:

  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für kleine und Kleinstunternehmen im Dorf, um deren Ansiedlung zu begünstigen und Bestandsbetriebe zu halten

  • Marketing regionaler Produkte in Gemeinschaftseinrichtungen z.B. Regionalregal oder Popup-Läden

  • Investitionen in Gemeinschaftseinrichtungen zur Versorgung der ländlichen Bevölkerung z.B. Dorfläden oder alternative Verkaufsstrukturen (Regiomat, genossenschaftlicher Verkauf)

  • Vernetzung und Weiterentwicklung von Mobilitätsangeboten, z.B. Rufbusse, Angebote für Jugendliche und Senioren

 

Dörfliche Infrastruktur

  • Förderung von Dorfgemeinschaftshäusern, Mehrfunktionshäusern, Gemeinschaftseinrichtungen

  • Unterstützung (mobiler) Angebote sowie Ausbau der Infrastruktur für Kinder und Jugendliche

  • Upcycling: passende Nachnutzung leerstehender dörflicher Einrichtungen, Verbesserung dörflicher Struktur

  • Intelligente Verkehrsführung im Dorf

  • Aufwertung von Trauerhallen sowie Platzgestaltung der anonymen gemeindlichen Gräberstellen (keine Kriegsgräber)

  • Ausstattung öffentlicher Gebäude und Gebäude örtlich aktiver Vereine mit regionalen regenerativen Energien

  • Verbesserung des Ortsbildes durch Neu-/Umgestaltung dörflicher Plätze – durch Entsiegelungsmaßnahmen, dörfliche oder private Pflanzaktionen sowie kleine dörfliche Infrastrukturen

  • Förderung von Gemeinschaftsgärten

  • Stärkung und Vitalisierung lebendiger Häfen

Wirtschaft und Energieeffizienz

Zur Erreichung der Entwicklungsziele: „Unterstützung der regionalen Wirtschaft insb. Unterstützung des Handwerks und regionaler Wertschöpfungsketten“ und „Verbesserung der regionalen Energieeffizienz – CO2-reduzierte Insel Rügen“ sollen gezielt Projekte im Handlungsfeld Wirtschaft und Energieeffizienz unterstützt werden. Hier soll es vor allem um die Unterstützung regionaler Wirtschaftsprozesse und gezielte Maßnahmen der Energieeffizienz gehen. – Insel des Handwerks und CO2-reduzierte Insel. Die Inhalte des Handlungsfeldes beziehen sich auf folgende Unterziele und Handlungsbedarfe:

 

CO2-reduzierte Insel:

  • Aufbau energieeffizienter Gemeinden

  • Synergieeffekte nutzen (z.B. Nutzung von Abwärme für Heizungszwecke)

  • Aufbau alternativer Mobilitätsstrukturen z.B. Ladeinfrastruktur an POI´s

  • Nutzung und Nutzbarmachen von regionalen erneuerbaren Energiepotentialen

  • Förderung lokaler alternativer Energiequellen – Aufbau regionaler Anlagen (z.B. organischer Abfall der Landschaftspflege als Energiequelle)

  • Energetisches Bauen mit regionalen Produkten – keine privaten Haushalte

  • Förderung des Umbaus der Energie- und Wärmegewinnung

 

Regionale Wirtschaft

  • Aufbau und Weiterentwicklung von regionaltypischen Angeboten, Produkten und Marketingstrukturen – Verbesserung der Direktvermarktung

  • Auf- und Ausbau von regionalen Feinkostmanufakturen

  • Aufbau von Regionalprodukteangeboten /-regalen an unterschiedlichen Standorten

  • Vernetzung traditioneller Handwerksbetriebe bzw. regionaler Erzeuger/-innen

  • Verknüpfung von moderner Wirtschaftsentwicklung und Tradition – Erhalt von traditionellem Handwerk in modernen Handwerksbetrieben

  • Ausbau und Erhalt regionaler Wertschöpfungsketten

  • Förderung der landwirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit durch innovative Projektansätze z.B. neue Anbausorten / Erprobung / Heckenpflanzungen

  • Förderung innovativer kleinteiliger Projekte in der Biowirtschaft und der nachhaltigen Forstwirtschaft

  • Unterstützung lokaler Unternehmen bei der Steigerung der Qualität, Produktivität und Nachhaltigkeit

  • Unterstützung innovativer Digitalisierungsprojekte

Bildung und Kultur

Zur Erreichung der Entwicklungsziele: „Mehr Bildung für nachhaltige Entwicklung und Etablierung attraktiver Lern- und Freizeitorte“ und „Förderung der künstlerischen Vielfalt in der Region Rügen sowie Sicherung der regionalen Schätze und Traditionen“ wurde das Handlungsfeld Bildung und Kultur eingerichtet. Es können aber auch Projekte unterstützt werden, die einem der beiden Themenschwerpunkte zuzuordnen sind. Im Folgenden sind die Unterziele und Handlungsbedarfe des Handlungsfeldes dargestellt:

 

Kultur:

  • Erhalt und Förderung der kulturellen Landschaft der LEADER-Region Rügen z.B. Ausstellungen

  • Vernetzung kultureller und künstlerischer Angebote

  • Förderung rügentypischer Kunst- und Kulturvielfalt auch zur Schaffung eines zweiten Standbeines

  • Nachhaltige Strukturen (Chöre, Vereine, Sportgruppen, Angebote…) (wieder-)aufbauen

  • Vernetzung/Koordination der Kultur- und Bildungsprojekte

  • Förderung der Kinder- und Jugendarbeit

  • Förderung des Ehrenamtes

  • Förderung der Mehrsprachigkeit, unter besonderer Berücksichtigung der niederdeutschen Sprache

  • Stärkung der Internationalisierung

  • Erstellung einer (digitalen) Kulturlandkarte

 

Bildung:

  • Aufbau neuer bzw. Stärkung vorhandener attraktiver Lern- und Freizeitorte

  • Erstellung einer (digitalen) Bildungslandkarte

  • Vermittlung von Basisqualifikationen (Schwimmen und andere lebenspraktische Fertigkeiten)

  • Ermöglichung der Mobilität von Angeboten, um auch sehr ländliche Gebiete zu erreichen

  • Stärkung der Bildung für Regionalidentität

  • Unterstützung von Bildung für nachhaltige Entwicklung –(12 SDGs)

  • Förderung des Lebenslangen Lernens

  • Förderung Digitalisierung von Lernangeboten

  • Förderung von Angeboten beruflicher Weiterbildung

  • Unterstützung von Integrationsmaßnahmen

  • Verbesserung der Zugänge zur Bildung und von Übergängen in der Bildung

sozial- und naturverträglicher Tourismus

Zur Erreichung des Entwicklungszieles: „Förderung eines sozial- und naturverträglichen Tourismus sowie Verbesserung des kleinen touristischen Angebotes“ wurde das Handlungsfeld sozial- und naturverträglicher Tourismus eingerichtet. Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren der Region. Diesen gilt es jedoch behutsam und natur- und sozialverträglich weiterzuentwickeln und die Region dabei mitzunehmen. Dabei sollen neue Trends aufgenommen
und kleine touristische Attraktionen gefördert werden. Im Folgenden sind die Unterziele und Handlungsbedarfe des Handlungsfeldes aufgelistet:

  • Digitalisierung touristischer Angebote und Infrastruktur zur Besucherlenkung/-entzerrung

  • Stärkung und Aufbau kleiner touristischer Angebote

  • Förderung von Aktiv-Veranstaltungen insb. Breitensport

  • Stärkung, Weiterentwicklung und Aufbau von musealen Einrichtungen

  • Förderung innovativer Vermarktungsstrategien für die Region

  • Aufwertung touristischer Anziehungspunkte

  • Unterstützung von Veranstaltungen, die von Vereinen organisiert werden – Sport, Bildung, Kultur

  • Qualifizierungsangebote für Einheimische zu ehrenamtlichen Naturwarten – authentische naturverträgliche Angebote kreieren/anbieten

  • Schaffung niedrigschwelliger touristischer Angebote von Einheimischen

  • Schaffung von Angeboten für Einheimische: Wie gestalte ich eine touristische Führung

  • Förderung von Angeboten außerhalb der Saison

  • Weiterentwicklung Rügens als Qualitäts- Rad- und Wanderregion inkl. kleiner Infrastrukturen zur Ergänzung des Wander- und Radwegnetzes

  • Schaffung weiterer E-Ladesäulen für Fahrräder, bevorzugt mit PV-Anlagen

  • Erweiterung des Angebotes an regionalen Produkten und deren regionale Verankerung z.B. Regionalläden

  • Unterstützung von aktivem Tourismus / Bewegungstourismus

  • Förderung innovativer Vermarktungsstrategien für die Region

  • Touristische Aufwertung von Parkanlagen

 

Verbesserung der Situation der Arbeitskräfte

  • Verbesserung der Betreuung von Kindern touristischer Mitarbeiter/-innen

  • Entwicklung multilokaler Wohnlösungen für Ehrenamtler und Kulturschaffende auf Gemeindeeigentum

  • Schaffung sozialmilieuübergreifender Angebote